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Weitere Stimmen der katholischen Bischöfe

Ausgestellt am 21. November 2012, von in Informationen.

Reinhard Kard. Marx auf der Bayerischen Bischofskonferenz Herbst 2012

 

 

 

[HT an  Gertie di Sasso]

 

Aus der Erklärung des Ständigen Rates der Deutschen Bischofskonferenz zur aktuellen Diskussion über die Beihilfe zur Selbsttötung

 

Seit einigen Monaten ist die Debatte um die Sterbehilfe in Deutschland neu entbrannt, unter anderem ausgelöst durch einen Referentenentwurf aus dem Bundesjustizministerium. Am 29. August 2012 hat das Bundeskabinett den „Entwurf eines Gesetzes zur Strafbarkeit der gewerbsmäßigen Förderung der Selbsttötung“ verabschiedet. Vor diesem Hintergrund hat sich der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz erneut mit diesen wichtigen Fragestellungen zum Thema Sterbehilfe befasst und nimmt im Anschluss an bisherige Äußerungen Stellung (vgl. dazu die Sammlung kirchlicher Texte „Sterbebegleitung statt aktiver Sterbehilfe“ = Gemeinsame Texte 17, 2. erweiterte Auflage Mai 2011, Bonn/Hannover).

Diese Sammlung steht hier zum Download bereit.

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Ärzte sehen den Gesetzentwurf der Bundesregierung kritisch

Ausgestellt am 21. November 2012, von in Informationen.

Auch aus Sicht der Bundesärztekammer ist der Gesetzentwurf zum neuen § 217 kritisch zu beurteilen.

Es sei nicht Aufgabe der Ärzte bei einem Suizid zu helfen, sagte Bundesärztekammerpräsident in einem FAZ – Interview.

„Wir sind erschrocken“, so Montgomery, „weil diese Neuerung den eigentlich guten Zweck dieses Gesetzentwurfs, nämlich gewerbliche Sterbehilfe zu verbieten, in sein Gegenteil verkehrt.“

Damit hat der Präsident der Bundesärztekammer den Nagel auf den Kopf getroffen. Das eigentlich gute Ziel, gewerbsmäßige Suizidhilfe zu unterbinden, wird durch die Zulassung von Ärzten, Pflegern und anderen, den Patienten nahe stehenden Personen konterkariert. Letztendlich arbeiteten ja auch Ärzte und Pfleger unter gewerblichen Bedingungen, so sei diese geplante Regelung geradezu widersinng.

Das Interview zum Thema ist in voller Länge auf  faz.net nachzulesen.

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Wir bitten um Unterstützung durch Verlinkung

Ausgestellt am 20. November 2012, von in Informationen.

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Interview mit Weihbischof Losinger (Augsburg)

Ausgestellt am 20. November 2012, von in Informationen.

Wie soll eine humane Gesellschaft mit sterbenden Menschen umgehen?

07.08.2012 Ein Interview mit Weihbischof Anton Losinger (Bistum Augsburg) auf Domradio.de: Wie soll eine humane Gesellschaft mit sterbenden Menschen umgehen?

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Ein weiterer Entwurf

Ausgestellt am 19. November 2012, von in Aktuelles, Informationen.

Zum Entwurf
der DGHS für ein Gesetz zur Vermeidung und Bewältigung von Suiziden
(Suizidpräventionsgesetz – SPG)

Am 15.11.2012 legte auch die DGHS (Deutsche Gesellschaft für humanes Sterben) einen Gesetzentwurf zur Einführung des neuen §217 StGB vor und erweiterte dies gleich zu einem komplett eigenen Gesetz. Hier ein kurzer Über­blick zu diesem Gesetzentwurf und ein paar Gedanken zur Bewertung desselben.

Übersicht

Einen eigenen Entwurf zum §217 StGB legte die DGHS vor.

Hauptstoßrichtung dieses Entwurfs ist die Einführung einer Beratungsregelung äquivalent zu §219 StGB.

Unter der Überschrift Suizidpräventionsgesetz arbeitet die DGHS sich argumentativ an die­ser Vorgabe entlang.

Den Absatz 2 des von der Bundesregierung geplanten Gesetzentwurfs sieht die DGHS le­diglich als eine Legalisierung der ihrer Ansicht nach schon alltäglichen Praxis in bundes­deutschen Krankenhäusern, Hospizen und palliativmedizinischen Einrichtungen an.

Aus Sicht der DGHS werde damit einem Selbstbestimmungsrecht der Menschen auf einen humanen ärztlich begleiteten Freitod nicht genüge getan.

Basierend auf einer Darstellung der volkswirtschaftlichen Kosten unkotrollierten Suizids for­muliert die DGHS ihr Ziel, Kurzschlußhandlungen suizidwilliger Patienten durch kompetente, wertneutrale Beratung vorzubeugen. Bleibt der Wille zum Suizid, solle dieser ärztlich assistiert werden.

Um das Ziel der Beratung umsetzen zu können, fordert die DGHS die Einführung staatlich zugelassener Beratungsstellen. Hier soll der Hintergrund des Sterbewunsches vertrauensvoll besprochen werden. Wiederum wird die Analogie zu den sog. Schwangerschaftskonfliktbera­tungen aufgezeigt.

Am Ende des Prozesses soll dann der ärztlich begleitete Suizid stehen. Immerhin wird dem Arzt hier noch die Gewissensfreiheit zugestanden, selbst zu entscheiden, ob er an so etwas mitwirken will oder nicht.

Die parallel geforderten Änderungen im BtMG und AMG stellen die Forderung nach Einfüh­rung tötlicher Präparate dar, die für den ärztlich begleiteten Suizid zur Verfügung stehen sollen.

Die DGHS geht im vorgelegten Gesetzentwurf von einem mündigen, selbstbestimmten Menschen aus, der selber die volle Verantwortung über sein Leben oder Ableben tragen kann und soll. Die angestrebte Beratung soll Suizide auf Grund vorübergehender Depressionen aus­schließen.

Als Tötungsmedikament wird ein Medikament vorgeschlagen, das man auch zum Einschlä­fern von Tieren benutzt.

Bewertung

Die DGHS legt hier einen Entwurf vor, der, erlangte er Gesetzeskraft, unter dem Deckman­tel der Suizidprävention alle Türen zum begleiteten Suizid öffnen würde. Die Beratungsschein­lösung ist schon bei Abtreibung keine Barriere. Beim ärztlich begleiteten Suizid wird dies eben­so der Fall sein.

Zu Recht stellt die DGHS die volkswirtschaftlichen Schäden des aus ihrer Sicht wilden Sui­zids dar. Was sie verschweigt sind die Schäden, die durch den begleiteten Suizid entstehen würden. Eine Studie aus der Schweiz hat die Folgen für Angehörige mehr als deutlich belegt. PTBS und Depressionen bei Angehörigen, die Patienten beim Suizid begleitet oder geholfen ha­ben, sind der Regelfall und nicht die Ausnahme.

Grundsätzlich immer gilt, dass suizidwillige Menschen psychische Störungen aufweisen. Hier trennt die DGHS zwischen temporären und dauerhaften Depressionen. Während dem tem­porär depressiven noch eine Chance eingeräumt wird, soll der dauerhaft depressive Patient, so er das will – und er wird wollen, das gerade das Merkmal hoher Suizidalität bei Depression (und anderen psychischen Störungen) – der Gang zur ärztlich begleiteten Selbsttötung geöff­net.

Es ist bezeichnend, dass im vorliegenden Entwurf die Alternativen einer altersangemesse­nen psychologischen und psychiatrischen Betreuung im Umfeld von Pflege oder Palliativmedizin gar nicht erst angedacht wird.

Vielmehr wird die Änderung einschlägiger Rechtsnormen gefordert, damit die zur Selbsttö­tung geeigneten Medikamente schnellstmöglich auch zur Verfügung stehen.

Es ist nicht zu erkennen, was an diesem Gesetzentwurf „human“ sein soll. Ein suizidwilliger Mensch, der in einen solchen, hier geplanten „Beratungsprozess“ gezwungen wird, wird am Ende selbstverständlich Selbstmord begehen. Die ständige und immer wieder kehrende The­matisierung des Suizid als vermeintlich einzigem Ausweg ruft den Gedanken immer wieder ins Bewusstsein des Patienten. So wird sich in der überwiegenden Zahl der Fälle der Beratene dann auch für das entscheiden, wozu er beraten worden ist.

Alternativen stehen nicht auf dem Plan. Ja mehr noch, es soll jemandem der akut suizidge­fährdet ist sogar die möglicherweise einzige Chance der Einweisung in eine psychiatrische Fachklinik vorenthalten werden. Alle an dem Verfahren beteiligten werden in allen Situationen straffrei gestellt.

Der letzte Satz des Entwurfs, der Ärzten und Pflegepersonal Gewissensfreiheit zubilligt wird ebenso zur Farce werden, wie die Gewissensfreiheit bei Mitwirkung an Abtreibungen. Letztere wird von Gerichten zunehmend ausgehebelt.

Fazit

Der hier vorgelegte Gesetzentwurf ist im Hinblick auf das angegebene Ziel der Suizidprä­vention völlig ungeeignet. Da jegliche Alternativen hinsichtlich einer medizinischen und psycho­logischen Betreuung fehlen, kann es dem Grunde nach nur als Suizidanbahnungsgesetz ange­sehen werden.

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Presse- und Blogrundschau

Ausgestellt am 17. November 2012, von in Informationen.

In der heutigen Ausgabe nimmt sich Die Tagespost der Thematik an. Unter der Überschrift „Koalition drückt bei Suizidhilfe aufs Gas“ gibt Stefan Rehder einen guten Überblick zum Thema.  Als schwierig sieht Rehder  die Chancen für einen Gegenentwurf aus den Reihen der Bundestagsabegeordenten. Angesichts der Stimmung in der Gesellschaft bedürfe es dazu Heldenmut.

Zur Stimmung in der Gesellschaft:
76% der Deutschen seien für Suizidhilfe, titelt die Hannover Zeitung und weist unter anderem auf die ARD-Dokumentation „Sie bringen den Tod“  am Montag, 19. November 2012, um 20.15 Uhr im Rahmen der ARD-Themenwoche „Leben mit dem Tod“ hin. Die genannte Zahl bezieht sich auf eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap anläßlich der Themenwoche.

AFP meldet: Leutheusser kritisiert Suizidhilfeverbot der Ärzteschaft
Die Ministerin, so AFP, zeige Verständnis für Ärzte, die ärztliche Suizidhilfe leisten, obwohl die Ärzteorganisation einen anderen Beschluss gefasst habe.

Es mutet schon seltsam an, wenn die Justizministerin Verständnis dafür aufbringt, wenn Ärzte gegen ihre eigene Standesordnung verstoßen.

„Sterbehilfe – Ein Skandal in Gesetzesform“ nennt der Blogger Juergen den geplanten Entwurf in einem bereits im August erschienen Artikel.

Auf EchoRomeo erschien gestern ein Kommentar von Bastian zum geplanten §217

Gertie des Sasso vom Blog „Das hörende Herz“ mit dem Artikel „Solidarität statt Selbsttötung“ schreibt:

Auch wenn jetzt einige mit dem Recht auf Selbstbestimmung argumentieren werden, selbst bestimmen kann nur, wer lebt und diese eigene Entscheidung auch in Freiheit treffen kann. Mit der faktischen Gestattung der ‚Beihilfe zum Suizid‘ besteht jedoch die Gefahr, dass psychologischer Druck zum Suizid in einem Maße aufgebaut wird, dass sich Menschen in schwierigen Lebenssituation dem nicht entziehen können. Das wäre allerdings das Ende der freien Entscheidung und letztlich der Selbstbestimmung! Geben wir doch jedem Menschen eine Chance auf das Leben und hören wir auf, unsere eigenen Maßstäbe an das Leben anderer anzulegen!

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Hinweis auf einen Podcast:

In einer Sendung von Radio Horeb spricht P. Dr. Ulrich Lindl CP, Mediziner und Priester über:

In der Trauer lebt die Liebe weiter. Vom christlichen Umgang mit Sterben und Tod. [HT an Gertie]

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Gefahren für Suizidhelfer

Ausgestellt am 16. November 2012, von in Informationen.

Es hat sich inzwischen wohl herumgesprochen, Menschen die aus Versehen, bei einem Unfall, im Krieg oder aus sonst einem Anlaß einen oder mehrere andere Menschen getötet oder den Tod eines anderen Menschen (mit-)verursacht haben, erleiden oft in der Folge schwere psychische Belastungen. In vielen Fällen handelt es sich um die PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung). Diese äußern sich in unterschiedlichen Störungen und zum Teil erheblichen Einschränkungen im Leben der Betroffenen. In schweren Fällen kann es bis zur Arbeitsunfähigkeit kommen.

Symptome von PTBS zeigen sich oft erst Monate oder Jahre nach den erlebten traumatisierenden Erfahrungen. Vielfach werden sie erst gar nicht erkannt, weil die Betroffenen die traumatisierenden Ereignisse verdrängen. Wenn sie auftreten lassen sie sich zunächst nur schwer zuordnen. Immer jedoch braucht der Patient mit PTBS eine oft Jahre andauernde Therapie.

Auch Menschen, die anderen Menschen beim Suizid geholfen haben, erleiden häufig solche traumatischen Störungen. In der Schweiz ist diese Praxis schon länger legalisiert. Erstmals hat sich nun eine Studie unter Leitung von Birgit Wagner (heute Uni Leipzig) mit den folgen der Hilfe bei Selbstmord befaßt.

Die Forscher befragten 85 Familienmitglieder oder enge Freunde von Sterbewilligen, die vor 14 bis 24 Monaten einem assistierten Suizid durch die Organisation Exit beigewohnt haben. Das Resultat der nun im Fachblatt «European Psychiatry» abgedruckten Studie: 20 Prozent hatten eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), von denen bei zwei Dritteln die Symptome voll ausgeprägt waren. 16 Prozent hatten eine Depression und 5 Prozent litten immer noch unter starker Trauer wie in den ersten Monaten (eine sogenannte komplexe Trauerreaktion). Quelle.

Diese Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache der Gefahren, die für Menschen, die anderen beim Suizid helfen bestehen. Der Vergleich mit einer früheren Studie zeigt deutlich die Unterschiede zu dem Erleben eines natürlichen Todes. Insbesondere im Bereich der PTB sind die Ergebnisse signifikant. 20mal weniger Angehörige von natürlich verstorbenen Menschen erleiden eine PTBS. Auch bei lang anhaltender, starker Trauer und Depressionen zeigen sich deutliche Unterschiede.

Weiterführende Links zu dem Thema:

Abstract zur Studie von B.Wagner

FAZ – Bioblog

aerzteblatt.de

Katalyma – Blog

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Aus der Sicht eines Anwalts

Ausgestellt am 15. November 2012, von in Informationen.

beleuchtet Jens Ferner die Einführung des geplanten §217

Spannend an der Analyse ist, dass nach dem jetzigen Entwurf keinesfalls davon ausgegangen werden kann, dass eine Beihilfe zum Selbstmord grundsätzlich ohne rechtliche Folgen bleibt. Immerhin gilt nach wie vor die unterlassene Hilfeleistung als strafbar.

Wie absurd die möglichen Folgen aus Sicht des Juristen sind, zeigt die Tatsache, dass ein potentieller Suizidhelfer trotzdem verpflichtet wäre, beispielsweise nach Hilfe zur Einnahme einer tödlichen Substanz wäre der Helfer trotzdem verpflichtet, den Notarzt zu rufen.

Dies zeigt nun wiederum sehr deutlich, wie fremd der Gedanke, einem Menschen bei seinem vermeintlich freiwilligen Ableben zu helfen, unserem Rechtssystem ist. Das Strafgesetzbuch sowie die gesamte deutsche Rechtsordnung sind grundsätzlich auf den Schutz menschlichen Lebens ausgerichtet. Ausnahmeregelungen wirken sich als Fremdkörper aus und führen zu sonderbaren und völlig unklaren Rechtslagen, die dann wieder die Gerichte zuweilen über Jahre beschäftigen.

Interessant wäre es mal ein Gutachten von einem Verfassungsrechtler zu lesen, ob der geplante §217 StGB überhaupt verfassungskonform wäre. Man darf daran zweifeln.

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Ein Stück aus dem Tollhaus

Ausgestellt am 15. November 2012, von in Informationen.

So nannte der Präsident der Bundesärztekammer den Gesetzentwurf für den neuen §217 StGB in einer Presserklärung vom 31.7.2012.

Der §217- Entwurf aus Sicht der Ärzte

Etwas ausführlicher äußert sich die Bundeärztekammer dazu in ihrer Stellungnahme zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Strafbarkeit der gewerbsmäßigen Förderung der Selbsttötung vom 31.5.2012.

Die Stellungnahme schließt mit dem Fazit:

Es ist nicht hinnehmbar und mit dem Grundgesetz nicht vereinbar, wenn Menschen in verzweifelter Lebenssituation, die sie an Suizid denken lassen, hierzu durch Werbung eingeladen werden und ihr Suizid planmäßig organisiert wird, statt ihnen in der zugrunde liegenden Lebenssituation Hilfe und Unterstützung anzubieten. In diesem Zusammenhang ist daran zu erinnern, dass der Wunsch nach einem Suizid zumeist nicht freiverantwortlich gefasst wird, sondern der Hilferuf eines kranken Menschen ist und oft auf einer psychischen Erkrankung beruht. „Es ist unerträglich, wenn die natürliche Hemmschwelle vor dem Tod dadurch abgebaut werden soll, dass vermeintlich leichte Wege vom Leben zum Tod aufgezeigt werden und der Suizid so zum Gegenstand von Profilierungsversuchen bzw. des Gewinnstrebens Einzelner“ wird. Zudem ist die Frage der Freiverantwortlichkeit des Suizids und die Aufgabe, die in diesem Kontext Ärztinnen und Ärzten zukommt, zu thematisieren. Ferner besteht die Befürchtung, „dass die scheinbare Möglichkeit des leichten Übergangs vom Leben zum Tod eine zutiefst unmoralische und unmenschliche Lebenshaltung gegenüber schwerstkranken und alten Menschen zu erzeugen geeignet ist“ (BR-Drs. 149/10, S. 3). Quelle: Stellungnahme der Bundesärztekammer zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Strafbarkeit der gewerbsmäßigen Förderung der Selbsttötung (Az: II A 1 4040 – 23). Berlin, 31. Mai 2012.  S.4

Zwei Aspekte sind hier besonders hervor zu heben. Zum einen betont die Bundesärztekammer sehr deutlich, dass der Wunsch nach Suizid gewöhnlicherweise nicht frei verantwortlich gefällt ist. Statt einer Legalisierung der Hilfe bei Selbsttötung wäre also eher eine Förderung der Hilfe zum Leben notwendig. Im konkreten Falle das verbesserte Angebot medizinischer und therapeutischer Hilfe in Grenzsituationen menschlichen Lebens. Die angemessene Antwort auf den Hilferuf eines suizidwilligen Menschen ist keinesfalls die Hilfe bei Ausführung seines Plans sondern das Aufzeigen von Alternativen, um ihn ins Leben zurück zu begleiten.

Zum anderen wehren sich die Ärzte zu recht gegen den gesellschaftlichen Trend menschliches Leben nach Nützlichkeitsaspekten anzusehen. Auch der schwerstkranke und alte Mensch hat ein Recht auf Leben und ein Recht auf eine würdige und angemessene Begleitung und Versorgung in dieser letzten Lebensphase. Aufgabe der Ärtze ist es, Leben zu erhalten und Leiden zu mindern. Der Weg dazu ist in Grenzsituationen auf palliativmedizinischen und schmerztherapeutischen Wegen zu suchen. Als Suizidhelfer ist der Arzt fehl am Platz. Dies betont die Bundesärztekammer hier völlig zu recht.

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